Spondylose (2)

Spondylose (2)

Vor kurzem habe ich euch das Röntgenbild eines Hundes mit Spondylosen gezeigt und etwas zu Ursachen und Symptomen erzählt. Jetzt wird es Zeit, darüber zu berichten, was ich als Physiotherapeut machen kann, damit es einem Tier mit Spondylosen besser geht und welche Möglichkeiten es gibt, wie ihr als Halter im Alltag und im Training euren Hund unterstützen könnt.


WIE KANN PHYSIOTHERAPIE BEI SPONDYLOSEN HELFEN?

Wenn ich einen Hund in die Praxis bekomme, der ein Röntgenbild wie das gezeigte im Gepäck hat, dann weiß ich, dass ruhiges Arbeiten angesagt ist und der Schwerpunkt erst einmal auf Schmerzlinderung liegt.

Ich schaue mir den Hund ausgiebig an. Wie steht er, wie bewegt er sich, fallen mir schon bei der Inspektion bestimmte Stellen auf, an denen es „klemmt“. Dann taste ich ihn von oben nach unten und von vorn bis hinten ab und achte auf Unterschiede im Gewebe und Reaktionen des Hundes.


MASSAGE UND LASERTHERAPIE

Entlang des Rückens verläuft der Blasenmeridian, da melden sich bei Rückenschmerzen so einige Punkte. Diese Schmerzpunkte behandle ich entweder mit dem Laser oder bestimmten Massagegriffen. Entsprechende Ausbildung vorausgesetzt lässt sich hier auch erfolgreich mit Akupunktur arbeiten.

Die Muskulatur von Hals, Schulter und Vordergliedmaßen wird mit langen, entspannenden Griffen bearbeitet. Sie ist in einem solchen Fall meist völlig verspannt. Ich unterstütze hier auch gerne mit Wärme, wenn der Hund es zulässt. Eine sogenannte „Heiße Rolle“ entspannt ganz wunderbar.


HORIZONTAL®-THERAPIE

Neben Laser und Massage lässt sich auch die Horizontal®-Therapie sehr gut zur Behandlung von Spondylosen einsetzen. Sie wirkt schmerzlindernd, hier vor allem durch die Dauerdepolarisation der Acetylcholinrezeptoren. Das heißt, die Information „aua, das tut weh!“ wird nicht mehr an das Gehirn weitergeleitet. Der physikalische Schütteleffekt sorgt dafür, dass sich vorhandene Schwellungen reduzieren. Wenn im Umkreis einer Entzündung nichts geschwollen ist, sinkt dort der Schmerz und die Beweglichkeit nimmt zu.


AKTIVE UND PASSIVE BEWEGUNGSTHERAPIE

Ist mein Patient schmerzfrei, konzentriert sich meine Arbeit darauf, ihn so beweglich und muskulös wie möglich zu halten. Denn je besser die Muskulatur ausgeprägt ist, umso stärker kann sie die instabil gewordene Wirbelsäule stützen und dadurch die „Bauarbeiten“ an den Spondylosen verlangsamen. Da kommt das „Spielzeug“ aus der Praxis zum Einsatz. Balanceübungen auf verschiedenen Pads, Laufen über Stangen, Positionswechsel auf verschiedenen Untergründen, die eine und andere Dehnübung. Der Fantasie ist kaum eine Grenze gesetzt, solange man darauf achtet, keine abrupten Bewegungen, enge Wendungen oder Sprünge zu fordern. Die Wirbelsäule soll sich bewegen, ja, aber sie darf nicht gestaucht werden.

Richtig gut funktioniert eine solche Behandlung in Zusammenarbeit mit dem Tierarzt, mit dem man im Idealfall absprechen kann, wann Nahrungsergänzung wie Teufelskralle oder Grünlippmuschel zum Einsatz kommen und wann doch zu pharmakologischen Schmerzmitteln oder Entzündungshemmern gegriffen werden sollte.


ALLTAG MIT EINEM AN SPONDYLOSEN ERKRANKTEN HUND

Ihr habt nun erfahren, dass euer Hund unter Spondylosen leidet. Das Röntgenbild spricht eine deutliche Sprache und erklärt, weshalb euer Hund die Verhaltensweisen zeigt, wegen denen ihr letztendlich zum Tierarzt gegangen seid. Ihr geht mit dem Hund zur Physiotherapie und ihr denkt darüber nach, wie ihr am besten den Alltag gestaltet. Denn auch wenn euer Hund „Rücken“ hat, so kann er dennoch ganz viel Lebensqualität haben. Es gibt einiges an Tricks und Helferlein, die ihr nutzen könnt.

  • Lasst euch von eurer Tierphysiotherapeutin Übungen zeigen, die euren Hund beweglich halten.
  • Wenn euer Hund Wärme mag und sie ihm vor allem in der kalten und nassen Jahreszeit gut tut, investiert in einen wärmenden, nässeabweisenden Mantel.
  • Lasst euren Hund nicht mehr in und aus dem Auto springen, bringt ihm bei, eine Rampe zu benutzen. Das kommt seinem und je nach Größe des Hundes auch eurem Rücken zugute.
  • Spendiert eurem Hund ein bequemes Bett mit einer viskoelastischen Matratze. Diese Matratzen stützen und polstern besonders gut. Achtet darauf, dass euer Hund die Möglichkeit hat, sich ganz in seinem Bett auszustrecken.
  • Wenn in eurer Wohnung hauptsächlich Fliesen, Parkett oder Laminat als Bodenbelag liegen, denkt darüber nach, zumindest auf den „Hauptverkehrswegen“ rutschsichere Läufer auszulegen.
  • Wenn ihr mit eurem Hund bisher im Hundesport unterwegs wart und gerne weiterhin im Training bleiben wollt, passt es an. Statt Agility ist vielleicht Hoopers eine lustige Alternative. Beschränkt euch bei der Obedience auf die Unterordnungsübungen und lasst die Hürden weg. Überlegt euch, ob euer Hund wirklich das schwere Bringholz apportieren muss oder ob es nicht auch ein leichteres Apportel sein kann.
  • Horizontal®-Therapie, Horizontal®-Therapie, Horizontal®-Therapie. Wir dürfen leider nicht so ausführlich über die Behandlungsform schreiben, wie wir gerne würden. Aber bei Spondylosen ist der Strom eine Behandlungsunterstützung, die ich nicht missen möchte. Und da sich Horizontal®-Therapie zur Heimanwendung eignet, kann euer Hund sehr umfangreich davon profitieren.

Franzi