Wirkung

Wirkung

 

WIE WIRKT DIE HORIZONTAL®-THERAPIE EIGENTLICH?

Unsere Körper funktionieren mit Strom. Der Herzschlag wird durch elektrische Impulse ausgelöst, die gesamte Kommunikation unseres Organismus‘ basiert auf einer Abfolge elektrischer und chemischer Prozesse.

Die Medizin macht sich dies zunutze, indem beispielsweise Medikamente gezielt in die chemischen Prozesse eingreifen. Der Einfluss von elektrischem Strom auf unseren Körper wird ebenfalls seit langem auf unterschiedliche Weise erforscht und genutzt.

Am Beginn der Kommunikation in unserem Organismus steht in der Regel ein Aktionspotential, eine Veränderung der elektrischen Spannung zwischen dem Inneren einer Zelle und dem Extrazellulärraum.

Dieser Impuls wandert, angetrieben durch verschiedene chemische und elektrische Prozesse von Zelle zu Zelle, entlang von Nervenfasern bis zum Erfüllungsort. Dort zieht sich dann beispielsweise eine Muskelzelle zusammen oder Hormone werden ausgeschüttet.

Die Horizontal®-Therapie regt Zellen an, solche Aktionspotentiale zu erzeugen und nimmt durch die verschiedenen Frequenzen unterschiedlichen Einfluss auf das Gewebe.

Dadurch können physiologische Phänomene wie das Funktionsnachahmungsprinzip, Funktionsermüdungsprinzip oder auch Überlagerungseffekte therapeutisch genutzt werden.

Da es sich bei der Horizontal®-Therapie um die Anwendung niedrig- und mittelfrequenten Wechselstroms handelt, kommt noch ein weiteres Phänomen ins Spiel: der Schütteleffekt.

Wechselstrom bedeutet, dass sich die Polarität unter den zwei Elektroden eines Stromkreises permanent verändert. Wie bei einem Magneten werden die jeweils entgegen gesetzt geladenen Teilchen von einem Pol angezogen.

Die Polarität wechselt jedoch schneller, als ein geladenes Teilchen zur entsprechenden Elektrode flitzen kann. Somit bleibt den Ionen und Molekülen, die als Teil ihrer Stoffwechselaufgabe auf der Suche nach einem passenden Gegenstück sind, nur noch ein auf den ersten Blick recht ungeordnetes Umeinanderschütteln.

Die ständige Bewegung sorgt unter anderem für folgende Effekte:

 

• Verteilung der Schmerz- und Entzündungsmediatoren auf einer größeren Gewebefläche

• Schnellerer und besserer Abtransport der verteilten Mediatoren

• Verbesserte Stoffwechselsituation im Behandlungsgebiet

• Abbau von Schwellungen

• Schmerzreduktion

• Optimierung der Selbstheilungsfähigkeiten der Zellen

• Zunahme ggf. eingeschränkter Beweglichkeit

 

 

Aktionspotentiale Horizontal®-Therapie für Tiere RUNDUM HT

 

Vorgang an der Synapse:

• Aktionspotential kommt vom Axon und depolarisiert das Endknöpfchen

• Elektrisch gesteuerte Calcium-Ionenkanäle öffnen sich

• Calcium-Ionen strömen ins Zellinnere

• Calcium bewirkt, dass die mit Acetylcholin gefüllten Vesikel mit der präsynaptischen Membran verschmelzen und die Transmitter in den synaptischen Spalt abgeben

• Transmitter diffundieren durch den synaptischen Spalt und docken an speziellen chemisch gesteuerten Rezeptoren an der postsynaptischen Membran an

• Die Rezeptoren öffnen sich, Natrium-Ionen strömen ein

• Die postsynaptische Membran depolarisiert sich

• Ein Aktionspotential entsteht

• Solange Acetylcholin im synaptischen Spalt vorhanden ist, findet die Reizweiterleitung statt

• Acetylcholin wird durch Cholinesterase in seine Bestandteile gespaltet, zur präsynaptischen Membran zurückgeführt und im Endknöpfchen wieder aufgenommen

• Das dort vorhandene Enzym Cholinacetyltransferase verbindet die Einzelteile wieder zu Acetylcholin

• Der Kreislauf kann von Neuem beginnen

 

WAS IST DER UNTERSCHIED ZU ANDEREN STROMFORMEN?

Elektrotherapie ist die Bezeichnung für die therapeutische Anwendung von Gleich- und Wechselstrom.

Unterscheidung:

• Gleichstromtherapie (Galvanisation) = konstante Stromstärken (Ampere)

• Niederfrequenztherapie (Reizstrom) = Frequenzen zwischen 1 – 250 Hz

• Mittelfrequenztherapie = Frequenzen zwischen 4000 – 20000 Hz

• Hochfrequenztherapie = Frequenzen > 1 MHz

Bereits der römische Arzt Galen empfahl zur Schmerztherapie den Kontakt mit Zitterrochen. Die von den Tieren erzeugten elektrischen Schläge haben eine Spannung von 50-80 V und eine Frequenz von ca. 200 Hz, vergleichbar mit dem heute noch eingesetzten Ultrareizstrom.

Generell besteht die Wirkung von therapeutisch eingesetztem Strom auf den Körper einerseits in der Reizung von Nerven, die Muskelfasern versorgen, andererseits in der Auslösung von Ionenwanderung im durchflossenen Gewebe. Es muss eine Mindeststromstärke vorliegen, damit im Körper ein Aktionspotential ausgelöst wird und der Strom muss eine gewisse Zeit fließen.

Bei Gleichstromanwendung kommt es zur Ladungstrennung. Die positiv geladenen Ionen wandern zur negativ geladenen Elektrode (Kathode), die negativ geladenen Ionen zur positiv geladenen Anode. Nutzt man Metall- oder Aluelektroden direkt auf der Haut, bilden sich unter der Anode Säuren, unter der Kathode Basen. Das Ergebnis sind Verätzungen.

Im Bereich des Reizstroms gibt es viele verschiedene Anwendungsformen. Bekannt und nach wie vor häufig im Einsatz ist TENS, die Transkutane elektrische Nervenstimulation. Hier werden sehr schnell und steil auf- und abflutende Ströme mit Frequenzen zwischen 1 und 150 Hz eingesetzt, die die Mechanorezeptoren und freien Nervenendigungen der Haut reizen. Es kommt zur Gefäßerweiterung und dadurch verstärkten Durchblutung im Behandlungsgebiet. Die Art des Stromes ist jedoch recht unangenehm, das Einsatzgebiet beschränkt, der schmerzlindernde Effekt nicht von langer Dauer.

Mittelfrequente Ströme sind Wechselströme ohne polare Wirkung. Ihre Frequenz ist höher als die Zeit, die Körper für die Verarbeitung eines Reizes braucht. Während ein solches Aktionspotential verarbeitet wird, ist die Zellmembran undurchlässig. Weitere Reize, die in dieser Zeit auf die Zelle einwirken, werden nicht verarbeitet. Reine mittelfrequente Ströme können also keine therapeutische Wirkung erzielen, sie werden als Transportmittel für therapeutisch nutzbare niedrigfrequente Wirkungsmechanismen genutzt.

Im Gegensatz zu Gleichstromverfahren kommt es bei der Anwendung von Wechselströmen nicht zu Ladungstrennung unter den Elektroden. Das Ionenmilieu im Körper wird kaum verändert. Ströme mit einer Frequenz von 4000 Hz und höher können den Hautwiderstand schnell überwinden, sind dadurch sehr verträglich und hoch dosierbar. Ströme mit niedrigerer Frequenz überwinden den Hautwiderstand nicht so leicht. Sie sind deutlicher spürbar und regen die Hautzellen zum Histaminausstoß an. Es kommt zur Mehrdurchblutung im Bereich der Elektroden.

Die schmerzlindernde Wirkung dieser Ströme wird durch die Gate Control Theorie erklärt.

Beim Interferenzstromverfahren, dem technischen Vorläufer der Horizontal®-Therapie wird mit zwei gegenüberliegenden Elektrodenpaaren gearbeitet. Ein Paar wird mit einer konstanten Frequenz von 4000 Hz betrieben, beim anderen Paar wechselt die Frequenz. So wird ein zusätzlicher Schwebstrom mit therapeutisch nutzbaren Frequenzen zwischen 1-100 Hz erzeugt. Mit diesen Frequenzen kann im niedrigen Bereich Einfluss auf das Gefäß-Nerven-System genommen werden, im höheren Bereich ergibt sich eine entspannende und schmerzstillende Wirkung auf die Muskulatur. Die unterschiedlichen Ströme sind nicht einzeln wahrnehmbar.

Bei den amplitudenmodulierten Strömen wird den mittelfrequenten Basisströmen ebenfalls ein niederfrequenter Wirkungsmechanismus aufgeprägt. Diese Ströme können im Gegensatz zur Interferenz sowohl einkanalig mit zwei Elektroden, aber auch zweikanalig mit vier Elektroden angewandt werden.

Die Horizontal®-Therapie hat diese Verfahren aufgegriffen und verbessert.